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Umweltseminar Burg Hohenberg
Von Strudelwürmern und Fledermäusen

Burg Hohenberg, am 3.Oktober im Jahre 2003: alle aus dem Schwäbischen kommenden 29 Teilnehmer des Umwelt-Familienseminars trafen sich im Speiseraum des Fürstenhauses, um dort die erste gemeinsame Mahlzeit einzunehmen. Neben vielen bekannten Gesichtern waren erfreulicherweise auch einige neue.

Nach der Vorstellungsrunde rückte der Höhepunkt des Abends immer näher: die Besichtigung der Folterkammer im Geschützturm. Kinder wie Erwachsene verfolgten gebannt die Reise in die gruselige Zeit des Mittelalters. Die Vorstellung der Foltergeräte, die zwar überwiegend sehr amüsant aufbereitet wurde, gab einem im Nachhinein aber schon zu denken.

Am Samstag Vormittag wurden die Erwachsenen von Andreas Hofmann, Bezirksfachgruppenleiter und Mitarbeiter im Landeslehrteam Naturschutz und Thomas Hojer, Leiter der Fachgruppe Natur- und Umweltschutz, an das Thema des Seminars "Auf den Spuren des Strudelwurms" herangeführt und landeten mittendrin: ob es nun um die verschiedenen Techniken der Gewässeruntersuchung oder die Bestimmung von Wassertierchen ging, die Eltern lernten so einiges.

Doch wer trockene Theorie erwartete, der irrte sich. An Mikroskopen konnten Köcherfliegenlarven, Strudelwürmer etc. genau beobachtet werden, ein Mikroskop wurde sogar an den Fernseher angeschlossen, so dass "Wasserfloh TV" live geschaut werden konnte! Die Kinder arbeiteten währenddessen an den Umweltdetektivbögen Wasser; man sammelte Wasserspartips und spielte auch ein "Wassermemory".

Nach dem Mittagessen hieß es dann: Praxis - raus in die Natur! An einem kleinen Bach brach unter den Kindern ein regelrechtes Jagdfieber aus, wer welche Wassertierchen findet. Die Eltern konnten ihr eben Gelerntes sogleich anwenden und den Kindern die verschiedenen Schritte erklären. Wohl jeder von uns war erstaunt, wieviel Leben ein so kleiner Bach birgt.


Ein einfaches Spiel zwischen "Jung" und "Alt" weckte das Sammelfieber und ließ uns mit offenen Augen den Heimweg antreten: diejenige Gruppe sollte gewinnen, welche die verschiedensten Früchte sammelte. Die Vielfalt bei der anschließenden Auswertung verblüffte uns alle - die Kinder hatten unglaubliche 41 unterschiedliche Früchte gesammelt und somit knapp vor den Eltern gewonnen.

Nach dem Abendessen, bei dem alle kräftig zugelangt hatten, wurde gespielt und eine kuriose Geschichte über eine Fledermaus erfunden, bei der jeder seine Worte beitragen konnte. Und schon wieder steuerte der Abend auf einen Höhepunkt zu: der Auftritt eines seltenen Gastes, den man sonst nur bei Nacht sehen kann! Die Fledermaus "Vladimir" stattete uns einen Besuch ab, und wurde von den Kindern, genauso wie von den Erwachsenen bestaunt. Thomas Hojer nutzte die große entgegengebrachte Aufmerksamkeit, um mit allen gängigen Vorurteilen gegenüber diesen Tieren aufzuräumen. Und wen seine Worte nicht ganz überzeugt hatten, der konnte sich am "lebenden Objekt" von seinen Vorurteilen abbringen lassen: Vladimir durfte auf der Hand gehalten und gefüttert werden.

Sonntag Vormittags führten uns dann unsere "Schleuser" Andreas und Thomas über die Grenze nach Tschechien und gaben uns bei einem Quiz die Möglichkeit, unser naturkundliches Wissen anzubringen. An einer am Weg gelegenen Mineralquelle konnte jeder seinen Durst mit Wasser stillen, "das nach rostigen Nägeln" schmeckte. Wieder auf unserer Burg angekommen, bekamen Kinder wie Erwachsene die Chance, ihre Kritik an diesem Seminar und ihre Wünsche für das Seminar 2004 loszuwerden. Die sehr positive Bilanz lässt schon jetzt auf ein spannendes und interessantes nächstes Seminar schließen. Gestärkt vom Mittagessen brachen wir dann auf - im Gepäck nicht nur die Dinge, mit denen wir gekommen waren, sondern mit vielem Neuen: Ideen und Anregungen für uns, für die Arbeit in der Ortsgruppe - mit geschärften Augen für das Kleine, das leicht Übersehbare ... wie den Strudelwurm im Bach in unserer Nähe.

(Karina Kächler (FÖJ))

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